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Unsere Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl in Gifhorn!

Nachdem das Queere Netzwerk Gifhorn e.V. Mitte August am Kultbahnhof in Gifhorn bereits eine Podiumsdiskussion veranstaltete, nutzten wir unsere daraus gewonnen Erkenntnisse und starteten unsere nächste Wahlkampfaktion: Wir haben Wahlprüfsteine erstellt!

 

Dafür sandten wir vor wenigen Wochen den aktuell Kandidierenden jeweils ausgewählte Fragestellungen zu, die wir als Netzwerk als einen besonderen Schwerpunkt in Sachen Queerpolitik in Gifhorn in den kommenden Jahren sehen. Anschließend durften unsere Vereinsmitglieder in einer geheimen Wahl die Antworten der Kandidierenden bewerten.

 

Heraus kam so eine Wahlempfehlung, die wir aussprechen können. Wie wir die Antworten der Kandidierenden bewerten, zeigt die folgende Übersicht. Weiter unten sind die Antwortend er einzelnen Kandidierenden zu finden.

 


Wahlprüfsteine - Übersicht


Die Antworten der Kandidierenden

Wie stehen Sie zur Einrichtung eines queeren Zentrums in Gifhorn, als Basisort der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt?

Dr. Arne Duncker

Dieses unterstütze ich sehr deutlich, und es ist auf meinen persönlichen Antrag ein Teil des Kreiswahlprogramms meiner Partei geworden.

Die Einrichtung und der Betrieb eines "Hauses der Vielfalt" in sichtbarer zentraler Lage in Gifhorn benötigen angemessene ideelle, organisatorische und sachliche Unterstützung, auch Unterstützung in Form von finanziellen Mitteln.

Dabei werde ich mich auch für eine langfristige finanzielle Absicherung des Projektes einsetzen.

 


Dr. Andreas Ebel

Die Einrichtung eines queeren Zentrums als Basisort einer sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt begrüße ich sehr. Mir gefällt vor allem, dass dadurch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene einen niedrigschwelligen Anlaufpunkt bekommen und Ratsuchenden, Lösungen für ihre individuellen Probleme auf der Suche nach der eigenen Identität aufgezeigt werden. Dass wir im vergangenen Jahr die Antragstellung wegen der verspäteten Einreichung nicht mehr berücksichtigen konnten, hat mir damals schon sehr leidgetan.

 


Dr. Detlef Eichner

Ich begrüße und unterstütze die Einrichtung eines queeren Zentrums im Landkreis Gifhorn als Anlaufstelle für queere Kinder und Jugendliche. Da ein solches Zentrum möglichst gut erreichbar sein sollte –auch mit dem ÖPNV- wäre als möglicher Standort die Stadt Gifhorn meiner Meinung nach geeignet. Bei allen Initiativen, insbesondere beim ehrenamtlichen Engagement zeigt sich, dass ein zentraler Anlaufort die gelingende Arbeit deutlich fördert. Und deshalb sollte das zu errichtende queere Zentrum am besten direkt im Bereich der Gifhorner Innenstadt angesiedelt werden.

 


Tobias Heilmann

Wir als SPD unterstützen die Emanzipation queerer Menschen auch im Landkreis Gifhorn. Ich bin der Meinung, dass queere Menschen ein Teil unserer diversen Stadtkultur sind und diese bereichern. Wichtig wäre es für mich, dass das Zentrum eine klare Struktur aufweist und durch das Ehrenamt getragen wird.

 


Robert Preuß

Jedem steht es frei, unter Wahrung der Gesetze, einen Verein zu gründen und sich Räumlichkeiten zu schaffen, wo man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann. Das ist zu begrüßen.

 


Wie wollen Sie das Ehrenamt, besonders das wenig vorhandene queere, fördern?

Dr. Arne Duncker

- Das queere Ehrenamt ist gleichberechtigt mit Ehrenämtern in anderen Bereichen der Gesellschaft zu fördern.

- Sachaufwand für entsprechend definierte ehrenamtliche Projekte ist großzügiger als bisher zu bezuschussen. Hierzu könnten die Kommunen und (für überörtliche Projekte) der Landkreis ein entsprechendes Förderprogramm ("Fördertopf") einrichten.

- Als wichtigsten Punkt sehe ich eine Förderung der Vernetzung und der öffentlichen Zugänglichkeit und Sichtbarmachung ehrenamtlicher Angebote in allen Bereichen an, dies umfasst selbstverständlich auch das queere Ehrenamt. Dies ist auf allen Ebenen, vor allem publizistisch, zu unterstützen (Druckerzeugnisse, Internet, Ehrenamts-Wegweiser, evtl. "Ehrenamts-Börse").

 


Dr. Andreas Ebel

Neben der Wertschätzung durch die Ehrenamtskarte steht dem bürgerschaftlichen Engagement seit mehreren Jahren erfolgreich unsere Koordinierungsstelle zur Stärkung des Ehrenamtes zur Seite. Hier unterstützen wir nicht nur die vorhandenen und neuen Angebote, sondern vernetzten sie und sorgen für hilfreiche Schulungen und Fortbildungen. Ich möchte außerdem die zentrale Homepage „Smarter Neustart Ehrenamt“ ins Leben rufen, auf der über die Funktion „Ehrenamtsfinder“ eingesehen werden kann, wo was gesucht wird oder wer sich für Ehrenämter zur Verfügung stellt. Ich denke, dass darüber auch das queere Ehrenamt eine größere Sichtbarkeit und Reichweite bekommen wird.

 


Dr. Detlef Eichner

Bestehendes oder sich entwickelndes ehrenamtliches Engagement verdient besondere Wertschätzung. Als zukünftiger Landrat kann ich nicht alle gesellschaftlichen Probleme lösen. Ich werde jedoch allen ehrenamtlichen Initiativen die ihnen zustehende Aufmerksamkeit schenken und so z.B. hilfreiche

Kontakte anbahnen. Weiterhin werde ich mich für die Ausweitung der Vergünstigungen über die Ehrenamts-Karte einsetzen. Letztlich werde ich dafür sorgen, dass ehrenamtliche Initiativen –falls gewünscht- bei bürokratischen Auflagen Unterstützung durch die Kreisverwaltung erfahren. Gerne würde ich allen ehrenamtlichen Aktiven für ihre Tätigkeit Rentenpunkte anrechnen lassen. Das liegt jedoch leider nicht in der Macht des Landrats.

 


Tobias Heilmann

Ich bin der Überzeugung, dass unser Landkreis von den vielen Ehrenamtlichen stark profitiert. Das Ehrenamt leistet eine wertvolle, unersetzbare Arbeit, die unsere Zivilgesellschaft zusammenhält. Aus diesem Grund möchten wir als SPD das Ehrenamt fördern und dafür sorgen, dass die Landkreisverwaltung die Arbeit strukturell fördert und das Ehrenamt über eine Art „Messe der Möglichkeiten“. In dieser sollen sich Vereine und Institutionen austauschen und ihr Netzwerk vergrößern können. Außerdem möchten wir Aus- und Weiterbildung für das Ehrenamt in der Kreisvolkshochschule und bei anderen Anbietern ermöglichen und Angebote schaffen.

 


Robert Preuß

Ehrenamtliches Engagement soll im Rahmen einer Aufwandsentschädigung vergütet werden, wenn öffentliche Aufgaben durch Ehrenamtliche/ Freiwillige übernommen werden. Das Angebot der Ehrenamtskarte sollte ausgeweitet werden (kostenfreier ÖPNV)

Ehrenamtliches Engagement muss öffentlich gewürdigt werden (Ehrenamtspreis).

 


Wie wollen Sie sich genau für mehr Sichtbarkeit und gegen die Diskriminierung von queeren Menschen einsetzen? Mit welchen Maßnahmen?

Dr. Arne Duncker

- Eigene Ansprech- und Vertrauensperson in der Kreisverwaltung für queere Menschen im Landkreis (z.B. für Familien, Eltern, Kinder und Jugendliche im Jugendamt, für  Schulen, Schüler*innen und Lehrer*innen, siehe unten)

- Unterstützung eines queeren Zentrums in Gifhorn (s. oben)

- Projektförderung (s. oben, betr. Schulen s. unten)

- Schirmherrschaft eines Christopher Street Day in Gifhorn

 


Dr. Andreas Ebel

Schon der letzten Kreistagssitzung haben wir uns mit Ideen zu einem „Tag der Vielfalt“ beschäftigt. In dessen Rahmen und darüber hinaus, kann ich mir Kooperationsprojekte vom Queeren Netzwerk und dem Landkreis – z. B. mit der Gleichstellungsbeauftragten - vorstellen. Sobald es die Corona-Beschränkungen zulassen, werden wir unsere Veranstaltungen wie „Gifhorn international“ oder den „Internationalen Frauentag“ wieder aufleben lassen. Auch das „Bündnis für Familie“ der Stadt Gifhorn wird sich dann wieder ganz neu aufstellen. In diesem Rahmen für eine Sichtbarkeit queerer Menschen und gegen Diskriminierung bestimmter Gruppen einzutreten, gehört zu den wichtigsten Merkmalen dieser Veranstaltungsformate.

 


Dr. Detlef Eichner

Als zukünftiger Landrat werde ich mich für jede Form demokratischer Diversität, Pluralität und Vielfalt

einsetzen. Und ich werde mich auch weiterhin mit Nachdruck gegen jede Form von Diskriminierung einsetzen. Das gilt für alle Menschen.

 


Tobias Heilmann

Als ihr Landratskandidat möchte ich zusammen mit der SPD in Gifhorn einen Tag der Vielfalt umsetzen. An dieser soll als Informations- und Austauschplattform gleichermaßen dienen und die Vielfalt des Landkreises widerspiegeln. Mit diesem Tag verdeutlichen wir wie bunt Gifhorn ist und können gleichzeitig auch auf die etwaige Diskriminierung aufmerksam machen.

 


Robert Preuß

Ich bin gegen eine Politisierung geschlechtlicher/ sexueller Identitätsmerkmale.

Mobbing, aufgrund sexueller und geschlechtlicher Identität halte ich für psychische Gewalt, welche genauso konsequent und hart bestraft werden muss, wie körperliche Gewalt. Die Gewaltpräventionskonzepte an den Landkreiseigenen Schulen sind dahingehend zu optimieren. Neben der strafrechtlichen Relevanz, müssen Gewaltvorfälle an Schulen und Behörden statistisch erfasst werden und den Gremien vorgetragen werden, um Öffentlichkeit für dieses Thema zu schaffen

 


Wie stehen Sie zur Verwendung von gegenderter Sprache auf Verwaltungsebene?

Dr. Arne Duncker

Geschlechtergerechte und gegenderte Sprache wird auf Verwaltungsebene (z.B. in Formularen, in der Kommunikation) umgesetzt werden.

Die genaue Umsetzung soll nicht von oben "diktiert" werden, sondern als Leitfaden in einem transparenten Vorgehen gemeinsam mit Haupt- und Ehrenamtlichen entwickelt werden, unter Beachtung evtl. Vorgaben von Bund und Land.

 


Dr. Andreas Ebel

Derzeit erarbeiten unser Fachbereich Zentrale Dienste und unsere Gleichstellungsbeauftragte einen Leitfaden für die Verwendung einer gendergerechten Sprache in der Kreisverwaltung. Das Ergebnis werden wir der Kreispolitik in Kürze vorstellen. In unseren Stellenanzeigen haben wir seit längerer Zeit die Geschlechtsbezeichnungen „m/w/d“ aufgenommen.

 


Dr. Detlef Eichner

Sprache ist ja immer auch Ausdruck gesellschaftlicher Zustände und Machtverhältnisse. Und Sprache schafft selbst eine gesellschaftliche Wirklichkeit. Aus diesem Grunde scheint eine Veränderung des Sprachgebrauchs auf Verwaltungsebene in Richtung gendergerechter Sprache angeraten zu sein.

Allerdings bin ich von den derzeit vorliegenden Modellen noch nicht überzeugt. Mein Ziel ist ein leicht verständlicher Sprachgebrauch in der Kreisverwaltung. Die im Moment vorliegenden Vorschläge für eine gendergerechte Sprache entsprechen meiner Einschätzung nach nicht dieser Zielsetzung. Gleichwohl werde ich mich einem sinnvollen und leicht verständlichen Ansatz keinesfalls versperren. Letztlich aber wird wohl eine „Abstimmung mit den Mündern“ darüber entscheiden, welche Form gendergerechter Sprache sich durchsetzen wird.

 


Tobias Heilmann

Sprache sollte niemanden diskriminieren! Deshalb setze ich mich für eine diskriminierungsfreie Sprache ein.


Robert Preuß

Ich lehne Gendersprache ab. Verwaltungssprache muss sich an der Alltagssprache der Menschen orientieren. 

 


Wie können Sie sich vorstellen Regenbogenfamilien (und andere Familienmodelle) in Gifhorn aktiv zu unterstützen?

Dr. Arne Duncker

- Regenbogenfamilien, queere Eltern (und auch queere Kinder und Jugendliche) brauchen eine eigene Ansprech- und Vertrauensperson im Jugendamt des Landkreises, die ihnen unabhängig von der sonstigen Sachbearbeiter-Struktur zur Verfügung steht, innerhalb des Jugendamtes nicht weisungsgebunden ist und im Einzelfall auf Wunsch der Betroffenen Schweigepflicht hat.

- Grundsätzlich sind alle Familienmodelle gleichberechtigt zu behandeln. Wichtig ist hier in erster Linie, dass Menschen die Verantwortung für ihre "gemeinsamen" Kinder übernehmen. Es gibt keine stereotyp "gute" oder "schlechte" Zusammensetzung einer Familie. Dies muss auch Leitlinie von Jugendamt und Jugendförderung sein.

- Allgemein wünschen wir die Einrichtung weiterer Familienzentren im Landkreis Gifhorn, um für Familien sowie Kinder und Jugendliche niederschwellige Freizeit- und Beratungsangebote zu schaffen. Dies betrifft Regenbogenfamilien gleichberechtigt mit allen anderen Familien.

 


Dr. Andreas Ebel

In vielen sozialen Bereichen arbeiten wir eng mit den Trägern der freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Gifhorn zusammen. In der Ehe-, Familien- und Lebensberatung speziell fördern wir die Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt, des Diakonischen Werkes und der Erziehungsberatungsstelle des Vereins BEJ. Hier finden Familien ebenso kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, wie im Bezirkssozialdienst unseres Fachbereiches Jugend oder in den Fachbereichen Soziales und Gesundheit bzw. in unseren Stabstellen Integration und Demografie.

 


Dr. Detlef Eichner

Ich werde Regenbogenfamilien und andere Familienmodelle dadurch unterstützen, dass ich sie als Normalität behandele. Das gilt insbesondere für das Handeln der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Diese möchte ich im Themenfeld queere und diverse Lebensmodelle weiterbilden lassen.

 


Tobias Heilmann

Wir setzen uns als SPD grundsätzlich für gleiche Rechte bei gleichgeschlechtlichen Ehen ein, insbesondere auch bei Adoptionen. Diesen Familien ein gleichgestelltes Leben zu ermöglichen ist auch im Kreis Gifhorn ein übergeordnetes Ziel unserer SPD.

 


Robert Preuß

Familien, wo Kinder geboren, aufgezogen und/ oder Verwandte gepflegt werden, sind besonders zu unterstützen. Die traditionelle Familie verdient wieder mehr Aufmerksamkeit.

In unserem Programm finden sich viele Ansätze dafür.  

 


Braucht es Ihrer Ansicht nach spezialisierte Beratungsangebote in Gifhorn für queere Menschen? Warum?

Dr. Arne Duncker

Ja. In der Gegenwart und auch auf absehbare Zeit in der Zukunft wird es vor Ort solche spezialisierten Beratungsangebote brauchen, die auch von Landkreis und Kommunen angemessen zu unterstützen sind.

Hierbei setze ich in erster Linie auf - entsprechend unterstützte - Angebote, die von den Betroffenen selbst eingerichtet und organisiert werden, weil solche Angebote das größtmögliche Vertrauen schaffen. Ergänzend begrüße ich selbstverständlich auch spezialisierte Beratungsangebote der Behörden und Sozialverbände.

In einer idealen Welt ohne Diskriminierung und ohne Vorbehalte gegen queere Menschen würden die allgemeinen Beratungsangebote (für alle Menschen) ausreichen, ohne dass es eines spezialisierten Beratungsangebots für queere Menschen bedarf. Leider leben wir aber derzeit nicht in einer idealen Welt.

 


Dr. Andreas Ebel

Für mich persönlich kennzeichnet sich eine gesellschaftliche Anerkennung u.a. auch dadurch, dass keine spezialisierten Beratungsangebote für einen bestimmten Personenkreis vorgehalten werden müssen. Sofern queere Menschen sich jedoch in keiner der bestehenden Beratungsmöglichkeiten gut aufgehoben fühlen, müssen wir die Angebote natürlich ausweiten.

 


Dr. Detlef Eichner

Vor der Podiumsdiskussion mit dem Queeren Netzwerk lautete meine Antwort: „Möglicherweise

braucht es diese Beratungsangebote. Allerdings weiß ich das nicht wirklich. Und deshalb würde ich dazu

gerne mit Betroffenen, Interessierten und Fachleuten sprechen.“ Nachdem ich durch die Podiumsdiskussion die Möglichkeit zu intensivem Gedankenaustausch hatte, revidiere ich meine Antwort: Wir benötigen diese Beratungsangebote unbedingt. Darüber hinaus möchte ich queere Themen in die Arbeit des Gifhorner Präventionsbündnis einbringen, um so z.B. geeignete Strategien und konkrete Maßnahmen gegen homophobe Haltungen und Gewalt gegen queere Menschen zu entwickeln.

 


Tobias Heilmann

Da die Nichtkonvergenz zur heteronormativen Mehrheitsgesellschaft immer einen schweren, persönlichen Einschnitt bedeutet, halte(n) ich/ wir es für essenziel Beratungsangebote anzubieten. Diese können den Menschen Halt und Orientierung geben. Außerdem können diese Angebote einen sichern Hafen für alle queere Menschen bieten.

 


Robert Preuß

Die bestehenden Beratungsangebote müssen sich an alle Menschen richten. 

 


Würden Sie einen Christopher Street Day in Gifhorn unterstützen? Warum?

Dr. Arne Duncker

Ja. Eindeutig.

Als Landrat würde ich sehr gerne die Schirmherrschaft eines lokalen CSD übernehmen. Die  Unterstützung eines CSDs in Gifhorn, in Zusammenarbeit mit den queeren Initiativen vor Ort, ist Teil unseres  Kreiswahlprogramms. Die nähere Ausgestaltung wäre Sache der örtlichen  Initiativen.

Der CSD gibt queeren Menschen öffentliche Sichtbarkeit, stärkt sie im Kampf um ihre Rechte und gibt ihnen Gelegenheit, konkrete Sachforderungen im lokalen Bereich zu präsentieren.

 


Dr. Andreas Ebel

Der Christopher Street Day ist in zahlreichen großen Städten Deutschlands inzwischen zu einer festen Institution geworden. Farbenfroh und fröhlich auf die Belange queerer Menschen aufmerksam zu machen, das kann ich mir auch in Gifhorn gut vorstellen und würde ein Engagement in dieser Hinsicht gern fördern.

 


Dr. Detlef Eichner

Ja, ich würde einen CSD in Gifhorn unterstützen.

Warum denn nicht?

 


Tobias Heilmann

Als ihr Landratskandidat stehe ich für den Kampf gegen Gewalt und Diskriminierung, die sich gegen queere Menschen richtet. Es ist in Folge nur logisch, dass ich einen Christopher Street Day in Gifhorn unterstützen würde.

 


Robert Preuß

Der CSD ist eine Demonstration für die Rechte Homosexueller und sollte nicht durch Parteien und Amtsträgern instrumentalisiert und vereinnahmt werden.

 


Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie die Jugendarbeit in Gifhorn, besonders die queere, weiter und verstärkt unterstützen?

Dr. Arne Duncker

- Siehe oben (Thema Familie): Eigene Ansprechperson in der Kreisverwaltung für queere Kinder und Jugendliche.

- Siehe oben (Thema Ehrenamt): Vernetzung und öffentliche Sichtbarmachung ehrenamtlicher Angebote, Bezuschussung ehrenamtlicher Projekte ("Fördertopf").

- Proaktives Zugehen des Landkreises auf Vereine der Jugendarbeit: auf Fördermöglichkeiten aufmerksam machen, auf Einbeziehung queerer Jugendlicher hinweisen.

 


Dr. Andreas Ebel

Schon seit langem liegt es mir am Herzen, die verbandliche Jugendarbeit im Landkreis Gifhorn stärker in die politischen Beratungen einzubeziehen. Dafür möchte ich den Sitz im Ausschuss für Jugendhilfe, der momentan an unseren Kreisjugendring vergeben ist, in den kommenden Wahlperiode neu besetzen und darüber mit den Jugendverbänden in einen Diskurs einsteigen. In die Überlegungen auch die Interessen der queeren Jugend im Landkreis Gifhorn einzubeziehen, wäre für mich dabei eine Selbstverständlichkeit.

 


Dr. Detlef Eichner

Zunächst möchte ich als zukünftiger Landrat generell geeignete Formate zur Einbindung junger Menschen schaffen. Solche Formate sollten unbedingt durch geringen Formalismus und durch keinerlei Verpflichtung geprägt sein. Präsenz, digital oder hybrid – ich möchte die Beteiligungsformate anbieten, die den Vorlieben und Interessen der jungen Menschen bei uns im Landkreis Gifhorn entsprechen. Weiterhin werde ich das Jugendamt sozialräumlich aufstellen, damit Jugendarbeit stärker an der Lebensrealität und der Lebenswelt junger Menschen dran ist und so gezielter unterstützen kann. Letztlich möchte ich –wie bereits erwähnt- das Gifhorner Präventionsbündnis in die Behandlung queerer Themen einbinden.

 


Tobias Heilmann

Ich möchte die (queere) Jugendarbeit im Zuge der Stärkung des Ehrenamts und der allgemeinen Unterstützung zivilgesellschaftlicher Institutionen, Organisationen und Vereinen unterstützen. In diesem Zuge möchte ich alle Ansätze, in denen die Verwaltung das Ehrenamt strukturell fördert, unterstützen.

 


Robert Preuß

Ich möchte das Jugendparlament- Planspiel „Pimp my town“ im Landkreis einmal jährlich durchführen. Andere Landkreise machen das bereits mit großem Erfolg.

 


Was wollen Sie tun um die Prävention von Straftaten gegen queere Menschen auszubauen?

Dr. Arne Duncker

1. Polizei und Gerichte:

Polizei und Gerichte unterstehen nicht der Kreisverwaltung, sondern haben eine eigenständige Struktur. Ein direkter organisatorischer Einfluss des Landrats besteht daher nicht. Im Rahmen der Zusammenarbeit sollte darum gebeten werden, die für queere Menschen relevanten Straftaten im Landkreis aussagekräftig statistisch auszuwerten, die Ergebnisse (unter Beachtung des Datenschutzes) zugänglich zu machen und queeren Menschen eigene Ansprechpersonen zur Verfügung zu stellen. Hierzu sollen entsprechende Gespräche geführt werden. Zum möglichen Vorgehen verweise ich hier auf https://www.lsvd.de/de/ct/2445-Homophobe-Gewalt-Angriffe-auf-Lesben-Schwule-bisexuelle-trans-und-intergeschlechtliche-Menschen-LSBTI und, hinsichtlich der Umsetzung in Schleswig-Holstein auf https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/POLIZEI/Praevention/Opferschutz_Opferhilfe/_artikel/lsbtiq.html

2. Landkreis:

Der Landkreis kann hier unterstützend tätig werden, also:

- öffentlich (durch Internet, Druckerzeugnisse, Veranstaltungen) Aufklärungs- und Präventionsarbeit leisten,

- Betroffene an ein Opferhilfeprojekt vermitteln, welches sie umfassend in rechtlicher und psychologischer Hinsicht unterstützen kann,

- im Einzelfall im Rahmen seiner Beratungstätigkeit Anzeigen von Straftaten ermutigen und unterstützen.

 


Dr. Andreas Ebel

In diesem Bereich haben wir gemeinsam mit der Stadt Gifhorn und anderen Kooperationspartnern vor kurzem das „Bündnis für ein friedfertiges Gifhorn“ ins Leben gerufen, das bereits vielfältige Aktivitäten gegen Radikalisierung und Ausgrenzung entfaltet hat. Dieses Bündnis möchte ich gern stärken und die Aktivitäten auf weitere Gesellschaftsbereiche ausdehnen.

 


Dr. Detlef Eichner

Jegliche Prävention von Straftaten gegen Menschen nehme ich sehr ernst. Aus diesem Grund engagiere ich mich seit Jahren im Gifhorner Präventionsbündnis für ein friedfertiges Gifhorn. Dieses Bündnis ist meiner Ansicht nach aufgrund der teilnehmenden Institutionen und Personen der geeignete Rahmen, um Prävention von Straftaten gegen queere Menschen auszubauen.

 


Tobias Heilmann

Prävention kann besonders auf lokaler Ebene durch eine verstärkte Aufklärung funktionieren. Ihr Verein kann ei Baustein sein über die Belange von queeren Menschen (z.B. in Bildungseinrichtungen) aufzuklären und damit einen entscheidenden Teil zur Prävention beizutragen.

 


Robert Preuß

Null Toleranz und volle Härte des Rechtstaates bei Straftaten gegen Personen. Für solche Vorfälle wird häufig keine Öffentlichkeit geschaffen, wenn die Tätergruppe nicht in die linksideologische Täter-Opfer Hierarchie passt. Damit wird mit mir als Landrat Schluss sein! Prävention funktioniert nur, wenn man den soziokulturellen Hintergrund berücksichtigt.

 


Wie würden Sie insbesondere Schulen im Bereich sexuelle & geschlechtliche Vielfalt unterstützen?

Dr. Arne Duncker

- Einrichtung eines, durch Sachfördermittel unterstützten, Programms "Schule für Vielfalt/Schule ohne Diskriminierung", in dem neben der geschlechtlichen Vielfalt auch weitere Formen der Vielfalt Thema sind (z.B. Inklusion, unterschiedliche Nationalitäten und Religionen), mit entsprechenden Schulprojekten und regelmäßigem öffentlichem Projekttag

- Wünschenswert wäre des weiteren ein niedrigschwelliges Beratungsangebot (soweit machbar und vorhanden, ehrenamtliche Ansprechperson vor Ort) an den einzelnen Schulen für alle Schüler*innen und Lehrer*innen, evtl. auch hier im größeren Kontext "Schule ohne Diskriminierung".

- Ansprech- und Vertrauensperson für Schulen, Schüler*innen und Lehrer*innen in der Kreisverwaltung zum Thema geschlechtliche Vielfalt (hierzu siehe oben - Thema Familie)

 


Dr. Andreas Ebel

In Schulen und anderen Bildungseinrichtungen setze ich auf Information und Aufklärung. Anders als in Polen und Ungarn halte ich die Unvoreingenommenheit der Jugend für eine gute Grundlage, mit Fakten zu überzeugen und Ressentiments gar nicht erst entstehen zu lassen. Hierfür benötigen die Schulen gutes Informationsmaterial, aber vor allem Begegnung und Austausch mit queeren Menschen und ihrer Lebenswelt.

 


Dr. Detlef Eichner

Als zukünftiger Landrat –insbesondere aber als Schulleiter- möchte ich darauf verweisen, dass die inhaltliche Arbeit an und in Schulen nicht in den Zuständigkeitsbereich des Schulträgers fällt. Das ist eine Landesaufgabe. Gleichwohl kann und sollte Beratungs- und Präventionsarbeit in Schulen zu queeren Themen ernst genommen und ausgeweitet werden. Hier sehe ich z.Zt. die Kreisjugendpflege, die Erziehungsberatung und das Gifhorner Präventionsbündnis in der Verantwortung, Kontakt zum queeren Netzwerk aufzunehmen und das Beratungsangebot entsprechend zu erweitern.

 


Tobias Heilmann

Insbesondere durch die Aufklärung über queere Inhalte können wir die sexuelle & geschlechtliche Vielfalt an Schulen fördern.

 


Robert Preuß

Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ist kein Thema, dass an Schulen gehört. Die Eltern sind Haupterziehungsberechtigte ihrer Kinder. Sexualitätserziehung ist Aufgabe der Eltern, nicht der Schulen.

 


Kontakt

Queeres Netzwerk Gifhorn

Winkeler Str. 2b

38518 Gifhorn

 

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