Christopher Street Day (CSD) in Gifhorn

Was ist ein CSD?

Die LGBTQ-Community feiert ihre Geschichte und Erfolge für Gleichberechtigung, die in der Vergangenheit erzielt wurden. Gleichzeitig sind die Politparaden und Straßenfeste aber auch ein schriller Protest gegen Diskriminierung und fehlende Akzeptanz in der Gesellschaft. […]

 

Und wie kam es dazu?

In der New Yorker Christopher Street im Stadtvierten Greenwich kam es am 28. Juni 1969 zu einem großen Aufstand gegen die Polizeiwillkür gegen Homosexuelle und andere sexuellen Minderheiten. Es gab oft gewaltvollen Razzien in schwulen Bars. An diesem Tag setzten sich viele Menschen aus der Szene der Polizei zur Wehr und verteidigten ihre Rechte. Es kam zu tagelangen Straßenschlachten mit der New Yorker Polizei. Wir haben es heute noch den mutigen DragQueens und Menschenrechtskämpfern zu verdanken dass wir den CSD unbeschwert feiern können und zumindest in den USA und Europa so frei und gleichgestellt leben können.

 

Quelle: dbna.de

 

CSD Gifhorn am Samstag, den 13.07.2024

Auch in Gifhorn leben und lieben Menschen, die eine andere sexuelle Orientierung und/oder Geschlechtsidentität oder Beziehungsform leben, als die heteronormative Mehrheitsgesellschaft.

Auch im ländlichen Raum gibt es nach wie vor Diskriminierung, Vorurteile und Hass gegen ebensolche Menschen. Wir möchten auch 2024 dagegenhalten und einen großen CSD in Gifhorn veranstalten.

 

Dieser läuft unter dem diesjährigen Motto:

 

Ich bin ICH! - Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht!

 

Queere Menschen wissen genau, wer sie sind und brauchen niemanden von außen, der ihnen hier versucht etwas einzureden. Wir fordern ein selbstbestimmtes Geschlecht, ein selbstbestimmtes Liebesleben, einen selbstbestimmten Alltag und schlicht die Achtung der Menschenrechte in unserer Gesellschaft.

 


Unsere Route

Unser CSD soll einmal um die Kernstadt führen und die wichtigsten Ecken in Gifhorn erreichen. Enden soll er auf dem Platz beim Brunnen in der Innenstadt, wo die Kundgebungen in ein kleines Straßenfest münden werden.

 

ABLAUF

10 - 13 Uhr → Aufbau auf dem Schützenplatz in Gifhorn

13 - 15 Uhr → CSD Umzug entsprechend der Route

15 - 16 Uhr → Kundgebungen
16 - 22 Uhr → Interaktives Straßenfest und Bühnenshow

CSD-Playlist

Unsere Forderungen

 

  • Artikel 3 GG ergänzen
    In Artikel 3 des Grundgesetzes heißt es: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“. Die Konkretisierungen im Diskriminierungsverbot und Gleichstellungsgebot finden sich in Artikel 3 unserer Verfassung. Homosexuelle wurden als einzige Opfergruppe der Nationalsozialisten 1949 hier bewusst nicht aufgenommen. Lange hatten schwule Männer und lesbische Frauen im demokratischen Nachkriegsdeutschland darunter zu leiden. Diesen Missstand gilt es zu korrigieren! Deshalb muss Artikel 3 Absatz 3 um das Merkmal der geschlechtlichen und sexuellen Identität ergänzt werden, denn nur das Grundgesetz bietet den universellen und unveränderbaren Schutz. Die aktuelle Ampelregierung versprach dies vom Beginn ihrer Legislaturperiode an, doch rückt das Vorhaben stets in weitere Ferne. Wir fordern ein sofortiges Handeln!
  • Hasskriminalität bekämpfen
    Täglich werden Menschen angepöbelt, bedroht und angegriffen, weil die Täter*innen ihren Hass auf Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen ausleben. Eine demokratische Gesellschaft darf das nicht hinnehmen! Wir fordern Gesellschaft und Politik auf sich gegen Hass und für Gleichberechtigung und Vielfalt einzusetzen. Eine bunte und offene Gesellschaft muss gefördert, Hass und Hetze geahndet und bestraft werden!
  • Schnelle Einführung des Selbstbestimmungsgesetzes
    Das aktuelle Transsexuellen-Gesetz (TSG) enthält stark diskriminierende Faktoren und ist schlicht nicht zeitgemäß (und in Teilen auch verfassungswidrig!). Wir fordern daher, dass das lang versprochene Selbstbestimmungsgesetz endlich kommt und Transpersonen unbürokratisch selbst über ihr Geschlecht bestimmen können. Dieses Gesetzesvorhaben darf nicht weiter durch das Justizministerium blockiert werden.
  • Gleichstellung von Regenbogenfamilien
    Trotz der Einführung der "Ehe für alle" im Jahr 2017 blieben Anpassungen des Familienrechts leider aus. Wir fordern sowohl die rechtliche Gleichstellung als auch die gesellschaftliche Akzeptanz aller Familienformen. Dazu zählt die sofortige Reform des Abstammungsrechtes. Das aktuelle Abstammungsrecht beinhaltet benachteiligende Regelungen wie etwa die diskriminierende Stiefkindadoption. Diese ist notwendig, da bei einem Kind, welches in die Ehe eines lesbischen Paares hineingeboren wird, die nicht-leibliche Mutter nicht automatisch als Mutter anerkannt wird. Wir fordern hier keine speziellen Rechte für queere Menschen, sondern lediglich die Anwendung des gleichen Rechts für alle. Regenbogenfamilien dürfen nicht länger von Wohlwollen in Adoptions- und Gerichtsverfahren abhängig sein. Familie bedarf keiner Legitimierung von außen. Eine Ankündigung der Umsetzung des Vorhabens im aktuellen Koalitionsvertrag der Ampelregierung reicht nicht aus - wir fordern endlich ein Handeln!
  • Anti-Diskriminierungsstelle für den Landkreis Gifhorn
    Wir fordern eine Stelle, die sich der Anti-Diskriminierung verschreibt. Noch immer gibt es institutionalisierte Diskriminierung in Verwaltung & Gesellschaft, die gerade queeren Menschen das Leben oftmals schwer macht. Wir fordern eine Stelle, die für Menschen mit Diskriminierungserfahrung ansprechbar ist, vermittelt und die Anti-Diskriminierungsarbeit im Kreis Gifhorn endlich voranbringt!
  • Eine sichere Finanzierung des Spektrums
    Das Spektrum ist nicht nur ein sicherer Schutzraum, es ist für viele Menschen ein zweites Zuhause und ein Ort, an dem sie sie selbst sein können. Wir fordern endlich von der Politik eine verlässliche Finanzierung, die diesen einmaligen und gerade von jungen Menschen stark frequentierten Ort auch langfristig auf eine feste Basis stellt. Aktuell decken die Förderung noch nicht einmal die Betriebskosten. Das jährliche Bangen und politische Pokern um Haushaltsmittel und damit um unsere Existenz muss endlich ein Ende haben!
  • Mehr Geld für queere Jugendarbeit
    Es braucht Angebote, die queere Jugendliche da abholen, wo sie stehen. Wir brauchen Jugendgruppen, Freizeiten, Bildungsangebote und Beratungen für queere Jugendliche, als auch für alle anderen. Wir fordern daher eine bessere Finanzierung der Jugendarbeit, insbesondere der queeren, im Landkreis Gifhorn.
  • Queerpolitik im Alltag
    Queere Menschen werden diskriminiert, ausgeschlossen, zurückgestellt, unsichtbar gemacht oder nicht mitgedacht. Bevor es das Queere Netzwerk Gifhorn e.V. gab, waren deren Belange im Landkreis Gifhorn nahezu unbekannt. Minderheiten sollten in einer demokratischen Gesellschaft nicht gegeneinander ausgespielt, sondern gefördert und unterstützt werden. Es bedarf gerade durch die Politik viel mehr Einsatz für die Sichtbarkeit und die Wahrung von Schutzräumen für Minderheiten.
  • Mehr queere Bildung!
    Bildung ist die wichtigste Grundvoraussetzung für den Abbau von verfestigter Diskriminierung. Mit unserem neuen Projekt SCHLAU GIFHORN wollen wir diesen bisher unterversorgten Bereich endlich bedienen. Doch gute Bildungsarbeit bedarf auch einer gesicherten Finanzierung. Wir fordern daher eine feste Finanzierung für queere Bildungsarbeit und eine feste Verankerung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in den Schulen im Landkreis Gifhorn.
  • Stärkere Verfolgung von Hasskriminalität und Prävention im Landkreis
    Noch immer ist "schwul" eines der gängigsten Schimpfwörter auf den Schulhöfen im Landkreis. Wir wissen aber alle, dass es besser geht. Daher fordern wir von der Polizei des Landkreises bessere und spezifische Präventionsmaßnahmen, um gegen Hass und Diskriminierung von queeren Menschen im Landkreis Gifhorn vorzugehen.
  • Diskriminierung im Gesundheitswesen beenden!
    Menschen mit einer von der cis-heterosexuellen Norm abweichenden sexuellen Orientierung und/oder Geschlechtsidentität stoßen gerade auch bei uns im Landkreis Gifhorn auf Diskriminierungen im Gesundheitswesen. Etwa wenn Behandler*innen fragen, ob man sich als trans* Person denn "sicher sei" oder dass schwulen Menschen nach wie vor standardmäßig Tests auf HIV angeraten werden, da es unterschwellig nach wie vor als "Schwulenkrankheit" angesehen wird. Gerade FLINTA-Menschen (Frauen, lesbische, inter, trans und asexuelle Personen) erleiden hier besonders oft einen diskriminierenden Umgang. Das muss endlich ein Ende finden! Queere Menschen müssen vom Gesundheitswesen ernstgenommen und in ihrer Vielfältigkeit geachtet und respektvoll behandelt werden!
  • Abbau von Barrieren im Arbeitsleben
    Noch immer trauen sich die meisten queeren Menschen nicht, sich im Berufsleben zu outen. Noch immer ist die Angst vor Repressalien und Mobbing durch die Kolleg*innen zu groß. Leider kommt sowas auch heute noch regelmäßig vor. Wir fordern gerade von den Arbeitgebenden im Landkreis Gifhorn mehr Einsatz für Vielfalt in ihren Unternehmen und eine moderne , diverse Personalführung, bei der die sexuelle Orientierung und/oder die Geschlechtsidentität kein Nachteil auf der Karriereleiter sein darf!
  • Mehr Geld vom Land für das Land!
    Gerade zu Beginn des Jahres 2024 wurde die niedersächsische Landespolitik nicht müde zu betonen, wie wichtig ihnen die ländlichen Räume sind. Und dennoch werden queere Menschen hier nahezu alleine gelassen. Wir fordern endlich eine Erhöhung der landeseigenen Projektmittel zur Förderung von queerer Projektarbeit und eine feste Reservierung einiger Mittel explizit für den ländlichen Raum! Gerade hier sind Schutz- und Sozialräume wichtig wie nie!

Die Pride Week!

Diese beginnt 2024 mit dem CSD am 13.07.2024 und läuft dann genau eine Woche weiter:

 

Datum

Veranstaltung
 13.07.2024 Großer Christopher-Street-Day in Gifhorn
Der CSD-Demonstrationszug, zusammen mit dem bunten Straßenfest und der Bühnenshow in der Gifhorner Innenstadt. 
14.07.2024 Poetry-Slam
Wir laden queere Künstler*innen und Zuschauende ins Spektrum ein zu einem starken Poetry Slam!
17.07.2024 Kinoabend im Kinocenter Gifhorn
Gemeinsam wollen wir uns den Film "Pride" anschauen und so verstehen, die die ersten Pride-Bewegungen in London mit dem Bergarbeiter-Streik zusammenhängen.
18.07.2024 Pride trifft Politik
Unsere Forderungen sind nicht nur etwas, um auf der Demo darauf hinzuweisen, sondern ebenso wichtig ist es, dass die Menschen und besonders die Politik diese auch versteht. Dafür bringen wir an diesem Abend Kommunalpolitiker*innen, Interessierte und queere Menschen zusammen und diskutieren über unsere Forderungen.
19.07.2024 Lesung mit Benno Gammerl
Benno Gammerl liest aus seinem neusten Werk und referiert über das queere Leben in Deutschland (vom Kaiserreich bis heute).
20.07.2024 Große After Show Party
Gifhorn feiert die Vielfalt! Unter dem Motto wollen wir es gemeinsam nochmal so richtig krachen lassen und die Pride-Week zu einem krönenden Abschluss bringen!

Mach mit!

Ein CSD lebt davon, dass so viele Menschen wie möglich mitmachen! Egal ob Unternehmen, Privatperson, Verein, Initiative oder was auch immer: Alle sind herzlich eingeladen beim CSD mitzulaufen und/oder einen Stand beim Straßenfest zu betreiben. Weiter suchen wir auch noch Menschen, die Lust haben an dem Tag in der Organisation & Umsetzung zu helfen.
Selbstverständlich kostet so ein CSD auch Geld, weswegen wir auch auf entsprechende Spenden angewiesen sind.

 

Egal wie, danke für deine/eure Unterstützung!

 

 

Ich/wir möchten den CSD mit einer Spende unterstützen!

Dann kannst du uns entweder per Spendenformular, per Paypal oder per Überweisung des Spendenbetrags unter dem Stichwort CSD 23 unterstützen! Klick einfach auf den Button! Jeder Betrag hilft uns dabei den CSD umzusetzen!



Ich/wir möchten mitlaufen!

Ein CSD lebt von Beteiligung. Egal, ob als private Gruppe, als Verein, als Unternehmen - je größer die Demo, desto mehr Gewicht hat sie!

Bitte den Code eingeben:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.


Ich/wir möchten einen Stand beim Straßenfest aufbauen!

Nach der Demonstration gibt es Kundgebungen bei einem kleinen Straßenfest. Dort sollen Vereine, Unternehmen, Verbände, etc. auch die Möglichkeit haben einen Stand zu betreiben, für sich Werbung zu machen, Sichtbarkeit zu zeigen und deutlich zu machen, wie sie Vielfalt im Landkreis unterstützen.

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Ich/wir möchten am Tag des CSD bei der Organisation mithelfen!

Egal ob Ordner bei der Demo, Hilfe bei der vorherigen Organisation, am Tag Unterstützung in die Einweisung der Teilnehmenden - helfende Hände sind immer gern gesehen.

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.


Ausgezeichnet mit dem niedersächsischen Ehrenamtspreis 2022.

Kontakt

Queeres Netzwerk Gifhorn

Torstr. 16

38518 Gifhorn

 

Tel.: 05371 17 00 390

info@queeres-netzwerk-gf.de



Mitglied im ...


Behindertenbeirat LK GF



Das Spektrum ist anerkannt als Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst.

In Kooperation mit dem VNB e.V. führen wir Bildungsangebote in dessen pädagogischer Verantwortung durch.