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Inter*Kampagne in Gifhorn!

Das Queere Netzwerk Gifhorn e.V. holte gemeinsam mit dem Verein Intergeschlechtliche Menschen Landesverband Niedersachen eine Plakatkampagne, die die Sichtbarkeit intergeschlechtlicher Menschen in Niedersachsen erhöhen soll, in den Landkreis Gifhorn. Ab dem 10. März werden deshalb dabei unter dem Motto „Ich bin Inter*… sieht man doch Plakate in der Öffentlichkeit auf die dazugehörige Kampagne des „Inter-geschlechtliche Menschen e.V.“ aufmerksam machen, zum Nachdenken und hinterfragen anregen und die Thematik der Intergeschlechtlichkeit damit öffentlich sichtbar machen. Direkt am 10. März wird es zum Auftakt der Kampagne um 16.00 Uhr eine kleine öffentliche Feier zum Start der Kampagne auf dem Gifhorner Marktplatz geben. Die Plakatkampagne läuft bis ca. Ende März/Anfang April 2022.

 

Sie hat vor allem ein Ziel: Das intergeschlechtliche Menschen endlich sichtbar werden. In der Vergangenheit wurden intergeschlechtliche Menschen permanent unsichtbar gemacht: In einer Welt in der es nur Männer und Frauen geben durfte, wurden sie ohne ihre Einwilligung operiert um sie einem männlichen oder weiblichen Normgeschlecht zuzuordnen, oft schon als Kinder. Doch nun gibt es endlich das Gesetz zum Schutz von Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung, welches diese Praxis verbietet. Deshalb hat Intergeschlechtliche Menschen Landesverband Niedersachsen e.V. zusammen mit der Landeskoordination Inter* im Queeren Netzwerk Niedersachsen e.V. die Plakat-kampagne „Ich bin Inter*...sieht man doch“ ins Leben gerufen. Zu sehen sind auf den Plakaten intergeschlechtliche Menschen, die sich auf der dazugehörigen Kampagnen-Website https://im-nds-ev.de/ichbinintervorstellen. Neben der erhöhten Sichtbarkeit möchte die Kampagne auch mit Mythen über Intergeschlechtlichkeit auf-räumen: „Wie sehen die wohl aus“ mögen sich manche denken und diese Frage beantwortet das Plakat: So wie Kolleg*innen, Nachbar*innen, Freund*innen, Passant*innen halt aussehen. Zudem gibt es mehr intergeschlechtliche Menschen als gedacht. Genaue Zahlen gibt es nicht, Schätzungen zufolge leben allein in Niedersachsen etwa 20.000 intergeschlechtliche Menschen. Nachdem die Plakatkampagne nun schon in Hannover und Braunschweig zu sehen war, kommt sie nun im Frühling 2022 in Kooperation mit dem Queeren Netzwerk Gifhorn nach Gifhorn. Zu sehen seien werden die Plakate auf Großflächen in und um Gifhorn.

 

Der Begriff Intergeschlechtlichkeit bezeichnet biologische Besonderheiten bei der Geschlechtsdifferenzierung. Intergeschlechtliche Körper weisen sowohl Merkmale auf, die üblicherweise einem weiblichen Körper zugeschrieben werden, als auch solche, die im binären System üblicherweise dem männlichen Körper zugeordnet wer-den. Es handelt sich also um Menschen, deren geschlechtliches Erscheinungsbild sich von Geburt an –hinsichtlich der Chromosomen, der Keimdrüsen, der Hormonproduktion und/oder der sonstigen körperlichen Erscheinungsform –nicht als eindeutig oder ausschließlich männlich oder weiblich bestimmen lässt. Intergeschlechtliche Menschen sind in erster Linie Menschen. Von der Medizin oft zu „Syndromen“ erklärt, in der gesellschaftlichen Wahrnehmung unsichtbar, sind inter-geschlechtliche Menschen natürliche Varianten menschlichen Lebens. Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung. Im Mai 2021 ist das Gesetz zum Schutz von Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung in Kraft getreten. Durch das Gesetz sind Operationen und Behandlungen an intergeschlechtlich geborenen Kindern verboten, wenn sie nur der Angleichung an ein weibliches oder männliches Normgeschlecht dienen sollen. Damit ist das Gesetz ein weiterer Meilenstein hin zur Anerkennung von intergeschlechtlichem Leben in Deutschland nach der Änderung des Personenstandsgesetzes zum 1. Januar 2019.„Der jahrzehntelange Kampf von intergeschlechtlichen Menschen für ihr Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit war teilweise erfolgreich“, bestätigt Julia Gerasch, 1. Vorsitz von Intergeschlechtliche Menschen Landesverband Niedersachen e.V. „Die Signalwirkung ist eindeutig: Eingriffe dürfen nur nach der informierten Einwilligung der Person selbst erfolgen oder müssen gerichtlich genehmigt werden. “Inter*Der Begriff Inter* dient als inklusiver Überbegriff dazu, die Vielfalt intergeschlechtlicher Körperlichkeiten, Lebensrealitäten, Erfahrungen und Selbstbezeichnungen zu beschreiben.

 

Weitere Informationen zum Thema: https://im-nds-ev.de/intergeschlechtlichkeit-was-ist-dasKontakt und weiterführende Informationen zur Kampagne gibt es bei der Landeskoordination Inter* im Queeren Netzwerk Niedersachsen e.V. (inter@qnn.de)und bei Intergeschlechtliche Menschen Landesverband Niedersachsen e.V. Für Fragen zur LSBTI*-Arbeit in der Stadt Gifhorn steh das Queere Netzwerk Gifhorn (info@queeres-netzwerk-gf.de).

 

Weitere Informationen:

www.queeres-netzwerk-gf.de

info@queeres-netzwerk-gf.de

 

Kontakt

Queeres Netzwerk Gifhorn

Torstr. 16

38518 Gifhorn

 

Tel.: 05371 17 00 390

info@queeres-netzwerk-gf.de

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